Samstag, 6. Dezember 2014

boah menschenmassen





oh herrlich, bin ich froh, wenn stille nacht, heilige nacht vorbei ist, dann kann man wieder in die stadt. vielleicht ist es dort dann wieder still und die menschen, die zum einkaufen gehen, auch wieder so besinnlich, dass sie auf ihre mitmenschen rücksicht nehmen.
da ich zur berufstätigen bevölkerungsgruppe gehöre, aber mich weigere, den späten öffnungszeiten mit meinen einkauf am abend, zu unterstützen, bleibt mir nur mein freier tag für erledigungen in der stadt.
das ist wohl mein pech, denn die menschen zu dieser jahreszeit haben eine gewisse rücksichtlosigkeit, mit einer agressiven grundhaltung, das panikattacken vorprogrammiert sind.

von sportler abgesehen, die ihre rennstrecke im geiste vorher abfahren, mache ich mir eine geistige laufroute, um ja den schnellsten und effektivsten weg zu gehen. ja kein umweg, ja keine unnötige zeit vertrödeln, ja nicht langsam oder gar stehen bleiben.
um umweltfreundlich und dem parkstress zu entgehen, fahre ich mit der völlig überfüllten, zu warmen und daher nach schweiß und schmutz stinkenden u-bahn, in die hamburger innenstadt.
schon in der bahn bereue ich meinen entschluss, und könnte gleich die nächste bahn zurrück nehmen. denn obwohl kein platz mehr im abteil ist, wird so lange geschoben, das ja auch noch die lieben mutties mit ihren drei kleinkindern und dem kinderwagen, der garantiert über meine sauber, polierten neuen stiefel fährt. die kinder, die meinen die haltestange sei ein geeigneter spielplatz und alle genervten fahrgäste dann völlig auffällig auf ihr handy schauen, um dem rummel ja keine beachtung zu schenken. dabei bekommt man ganz schlecht unterirdisch empfang. aber ja niemanden anschauen oder lächeln. ich weiß das mit dem handy nur, weil ich es auch schon versucht habe, aber ohne empfang ist es mir einfach zu blöd.
endlich in der city angekommen, pass ich mich am besten dem lauftempo der miteinkäufer an, sonst geht man in dem gewühle unter.
es wird geschoben und wehe wenn man versucht irgend ein überholmanöver vorzunehmen, dann läuft man gefahr, vom gegenverkehr einfach zur seite geschubst zu werden. " erbarmungslos".

ich glaube die fußwege in der stadt sind bewußt so schmal gehalten, damit man ja nicht umhin kommt, sich alle auslagen in den schaufenstern anschauen zu müssen. ok, damit kann ich noch leben, aber wenn zur weihnachtszeit auch noch die netten weihnachtsstände auf diesen schmalen fußwegen stehen, und dessen besucher mit einer himmelsruhe vor diesen ständen verweilen, hat man als eiliger einkäufer verloren. glaubt mir, ich habe schon einige taktiken ausprobiert.
1. so tun als ob man sich auch anstellt und dann schnell vorbeihuscht
2. höflich bitte und danke sagen,
3. aber das weihnachtsvolk versteht nur eine sprache " rabiat und gnadenloses zur seite schieben, lautes sprechen und pöbeln".
wenn es meinem naturell auch wiederstreben mag, wer nicht kämpft hat verloren. wehe wenn du dann auch noch familienangehörige im schlepptau hast, und bei jeden zweiten schritt zu hören bekommst :" mensch mama, omg, nee peinlich und das geht ja gar nicht." wird der spießrutenlauf zur kür.
stehst du endlich im geschäft deiner wünsche, kommt der höhepunkt des einkaufens. die ach so höfliche, genervte verkäuferin " da bekommt dienstleistung eine ganz neue bedeutung" . die einen mit missachtung übersieht und zur seite drängen, damit sie gerade da, wo du stehst, an ein regal oder schublade ran kann.  ich dadurch zurücktrete,  weil ich aber keine augen im hinterkopf habe, trete ich garantiert dem nächsten einkäufer dierkt auf den fuß. nun lasse ich tausend beleidigungen auf mich einprasseln, und widme mich dann dem produkt meines interesses. bis, man glaubt es kaum, die gleiche verkäuferin nochmals einen zur seite drängt, um an die gleiche schublade zu kommen.
ich bin im sternzeichen zwilling, das bedeutet, herz und verstand gehen oft getrennte wege, doch diesmal sind sie sich einig, das wars, ich verlasse endschlossen das geschäft, ohne meinen teuren einkauf erledigt zu haben, mein mann würde sich freuen, wieder geld gespart, aber irgendwo habe ich auch noch meinen stolz.
ehrlich, dann wird eben online eingekauft !!!!!!

Kommentare:

  1. ...Du schreibst das so schön und klar, wie es wirklich ist und mir voll und ganz aus dem Herzen..nur ich gehöre eher zu den höflichen, genervten Verkäuferinnen.. :-) einmal die Woche, an meinem freien Tag, tausche ich die Rolle..und erlebe das, was Du schreibst.. man versucht das "Einkaufen" zu meiden und beginnt "froh zu sein" wenn Weihnachten endlich wieder vorbei ist..leider..

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    1. Liebe Carola,
      Ich freu mich so sehr, dass Du mir einen Kommentar hinterlässt. Und nicht böse sein, denn es gibt auch tausende von super netten und nicht genervten Verkäuferinnen, aber heute hat gerade diese eine mich echt auf dem falschen Fuß erwischt
      LG und Dir noch einen schönen Nikolaus

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